Zur Selbstabdichtung und Fragmentierung von Gummistopfen für Injektionsflaschen

Von Ulrike Steiner und Wolfgang Woiwode

Untersuchungen zur Selbstabdichtung und Fragmentierung von Gummistopfen als Bestandteil der Primärverpackung von Injektabilia sind unter Ph. Eur. 3.2.9 beschrieben. Teil der Prüfung ist das bestimmungsgemäße Durchstechen der Stopfen. Im Fall der Selbstabdichtung wird nach zehnmaligem Durchstechen indirekt auf Invasion der blauen Prüfflüssigkeit in den Innenraum der Behälter geprüft, im Fall der Fragmentierung wird nach viermaligem Injizieren von Wasser in den Behälter indirekt durch Filtration der Injektionslösung auf Partikel und „Ausstecher“ des Stopfens geprüft. Wir führen diese Untersuchungen im eigenen Labor durch, die Ergebnisse sind typischerweise unauffällig. Im Zusammenhang mit diesen Prüfungen kam uns die Idee, die Integrität der Stopfen nach Durchstechen direkt lichtmikroskopisch zu befunden. Wir haben diese mit den folgenden Fragen verbunden:

  • Wie ist die Beschaffenheit der Ein-, Durch- und Ausstiche?
  • Gibt es Durchstichkanäle, und, sofern Kanäle vorliegen, dringt Prüfflüssigkeit ein?
  • Gibt es „fast“ abgelöste Partikel, Plaquen und Segmente an den Ausstichstellen?

Die Bilder der lichtmikroskopischen Befundung finden Sie nachfolgend:

  • Einstichstelle nach Herausziehen der Kanüle
  • Horizontalschnitt der durchstochenen Stellen
  • Vertikalschnitt der durchstochenen Stellen
  • produktseitige Ausstichstelle nach Herausziehen der Kanüle

Die aufgezeigten Befunde wurden im Verlauf einer Untersuchung gefunden, und sind damit statistisch nicht abgesichert, und für die Vielzahl von Gummistopfen und sonstigen Verschlusssystemen nicht zwingend repräsentativ. In dieser isolierten Untersuchung konnte jedoch die Beschaffenheit der Kanäle im horizontalen und im vertikalen Schnitt gezeigt werden, und

  • dass die blaue Prüfflüssigkeit nicht in die Durchstichkanäle eindringt, und
  • dass Fragmente an der Ausstichstelle mit der Wahrscheinlichkeit der Ablösung von „Ausstechern“ nicht vorliegen, die dann natürlich der indirekten Untersuchung „Fragmentation“ nach Ph. Eur. 3.2.9 zugänglich wären.
Stopfen - Bild 1

Einstichstelle

Stopfen - Bild 2

produktseitige Ausstichstelle

Stopfen - Bild 3

Horizontalschnitt

Stopfen - Bild 4

Vertikalschnitt der durchstochenen Stellen

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